Hier in Sydney gibt es eine Art Paket mit 3 Sehenswürdigkeiten, welches man kaufen kann. Ich habe mir Tickets für den Sydney-Tower, das Aquarium und den Wildlifepark zugelegt und bin mit ein paar Freunden erstmal ins Aquarium spaziert…
Dort habe ich alle tödlichen Tiere Australiens schwimmen sehen und freu mich jetzt noch mehr ganz dolle auf das nächste Mal schwimmen :)
Ich zieh diesen Artikel jetzt einfach mal vor, weil das muss man einfach “aktuell” posten :)
Also, das Sydney-Feuerwerk zum Neujahr sieht man ja jedes Mal schon vorher im Fernsehen
und ist eins der spektakulärsten weltweit. Da habe ich mich natürlich doppelt gefreut,
als ich erfahren habe, dass ich in der Wohnung (Artikel kommt noch) über Neujahr bleiben kann.
Hostel verlangen für Weihnachten und Neujahr rund $150 die Nacht…die Säcke!
Bei einem Ansturm von rund 3 Millionen GÄSTEN (also noch extra zu den Einwohnern (4.5 Mio oder so) in Sydney)
und dem ganzen Sicherheits-Firlefanz, sollte man sich rechtzeitig entscheiden und voraus planen.
Hier in Australien ist (privates) Feuerwerk illegal d.h. jeder fährt in eine größere Stadt, um sich das Öffentliche anzuschauen.
Find ich übrigens total öhm scheiße. Ich will selbst knallen!
Dann hat man wie z.B. in Sydney “Zonen”, von denen man aus das Feuerwerk am besten sehen kann.
Neu dieses (bzw. letzes 2011) Jahr war, dass viele der Zonen Alkoholverbote & Taschenkontrollen besaßen.
Für viele gab es also nur Coca Cola-Stößchen oder was weiß ich.
2 von 8 Zonen um den Sydney-Harbor stellten allerdings Bars mit Alkohol-Kauf-Möglichkeiten zur Verfügung.
Da wollten wir hin. Ich will meinen Sekt!
Wir suchten uns die Zone im Botanischen Garten aus, weil diese einen Blick auf die Opera und die Harbor-Bridge dahinter bot,
sowie die Möglichkeit, Alkohol zu kaufen, wenn man denn unter die ersten 3000 Besucher käme.
Deswegen sind im am 31. Dezember um 5.30 Uhr morgens aufgestanden und saßen dann 6.30 Uhr pünktlich in der Schlange.
Ja, morgens…
(Ich habe später mit einem älteren Ehepaar (beide um die 70) geredet und sie meinten,
sie wären gestern Abend erst gar nicht mehr nach Hause gegangen sondern haben sich um kurz vor 4 Uhr morgens
einfach in die SCHON VORHANDENE Schlange dazu gesetzt!
Die Tore zur Zone wurden um 10 Uhr geöffnet und wir waren unter den ersten 3000 und bekamen ein Bändchen für unbegrenzten Ein- & Auslass in die “Alkohol-Zone” (die machte dicht um 11 Uhr), wo wir uns auch gleich an einem Hang breit gemacht hatten mit 16 Freunden. Also der nervenaufreibendste Part war also gegessen. Platz IN der Alkohol-Zone der Zone, unbegrenzter Eintritt und ein super Plätzchen gefunden, um das Feuerwerk zu genießen. Jetzt hieß es 18 Stunden und 25 Minuten warten,
die Sonne aufs Fell brutzeln lassen und fehlenden Schlaf nach holen.
Ab 16 Uhr fing das “Entertainment-Programm” an mit Kunstflug-Einlagen und Himmelsschriften von Flugzeugen sowie diverse Pre-Feuerwerke. Wir hatten einen super Tag, genauso wie alle anderen 19984 Menschen um uns herum.
So, nun Bilder bis zum Feuerwerk und das Video zum Feuerwerk :)
Ihr müsste euch aber auch wirklich ganz anschauen!
Die Karte mit den Locations der Fotos
Achja übrigens, das neue Design ist in der Beta-Phase nun online! WUHU
Bitte sagt Bescheid, wenn ihr Mängel findet…aber nett bitte :)
Wie findet ihr’s?
So, wie versprochen, gibt es jetzt den ersten Teil einer der erfolgreichsten Fotoserien auf flickr überhaupt (nachdem ich dieses scheiß Plugin von flickr endlich problemlos einbinden konnte).
Wer möchte und einen flickr-Account besitzt, darf mich gerne als Freund hinzufügen!
Unter der Galerie werde ich zukünftig immer den Link zu dem jeweiligen Set posten,
sowie einen Link zu der Karte des Sets. Dort könnt ihr jetzt sogar sehen, WO ich die Fotos aufgenommen habt.
So Leute, ich saß also im Bus und hab geschlafen.
Dann wurde ich durch ein Ruckeln geweckt, hab die Augen aufgemacht und gesehen,
dass ich mich um 11 Uhr abends auf der Harbour Bridge in Sydney befand.
Links von mir strahlte der Hafen mit der allseits bekannten Opera im Scheinwerfer- und Leuchtreklame-Licht. Alles leuchtete, die ganze City.
Das war sone Art Magic-Moment für mich…die Stadt ist nachts einfach wunderschön.
Als wir von dem Autobahnring dann durch die Innenstadt fuhren und dort soviel Verkehr war und Menschenmassen unterwegs waren, als hätte man um 8 Uhr morgens einfach nur das Licht ausgeknipst, hatte mich die Stadt schon in ihren Bann gezogen.
Als ich aus dem Bus ausgestiegen bin, war ich glücklicherweise direkt schon in der Nähe meines Hostels…allerdings hatte ich das Zimmer erst für die nächste Nacht gebucht und musst bis 2 Uhr nachmittags warten (deja-vu von Coffs Harbour). Diesmal hat es aber nicht (mehr) geregnet, also hab ich mir die Umgebung rund um den Central-Bahnhof angeschaut und bin schließlich samt aller Taschen in einem 24h McDoof hängen geblieben, um ein bisschen WiFi anzugreifen.
Um mir zu versichern, dass ich wirklich endlich in Sydney war, der Stadt, die man schon so oft im Fernsehen gesehen hat, mit der Opera und der Harbour Bridge und dem New York-Feeling mit besserem Klima und so, habe ich erstmal gegoogle-mapped:
Schließlich bin dann (glücklicherweise) doch zum Hostel gegangen, um mal nachzufragen, ob ich nicht früher mich irgendwo „aufhalten“ könnte, nachdem ich ein Stündchen in der Bahnhofshalle geschlafen hatte…
Und ja, ich konnt mich bis zum kostenlosen Frühstück vom Hostel um 7 ein bisschen hinlegen. Ich fand Sitzsäcke zuvor noch nie so komfortabel wie in dieser Nacht.
Nachdem Frühstück am Morgen musste ich mir immer noch die Zeit vertreiben bis Zweie, also beschloss ich einfach ein bisschen rumzulaufen.
Also bin ich zum Darling Harbour gelatscht.
Darling Harbour ist, wenn ihr euch das Bild von der Karte oben noch einmal anschaut, direkt dort, wo der Schriftzug „Sydney“ steht. Die Opera liegt weiter nördlich, das wo „The Rocks“ steht…nur mal so zur Orientierung.
Kurz mal Offtext:
Ich habe über 1000 Fotos schon allein von Sydney-City geschossen und werde (hoffentlich bald) ein flickr-Album anlegen, weil ich einfach zuviel zeigen möchte und ihr nur genervt das Fenster schließen würdet, wenn ich hier 200 Fotos in einen Blogeintrag klatsche…außerdem ist das Fotos in Blogeinträge einfügen, wie die Engländer sagen würden, pain in the arse…
Ich habe also nach dem Darling Harbour mein Zimmer bezogen und war über die Qualität des Hostels mehr als zufrieden! Ich hatte ja schon einmal über die YHAs berichtet und dass diese sozusagen den Qualitätsstandard von Hostels bilden und das Bounce Hostel lag auf gleichem Level, kann ich nur empfehlen!
Ich meine, schaut euch nur mal den Blick von der Dachterasse an:
Auf meinen folgenden Touren durch die Stadt hat sich einen Art „Definition einer Großstadt“ entwickelt. Keine Ahnung, wie ich das erklären soll, aber ich hab ein Panoramafoto geschossen, was das Gefühl, in einer wirklichen Großstadt unterwegs zu sein, gut darstellt.
Leider fehlen da die Menschen, weil ich zu einer Zeit unterwegs war, an der jeder auf Arbeit schuftet :)
Und dann hab ich ihn entdeckt!
Ja, ist schon beeindruckend wie süchtig die Leute da alles angrabbeln, was einen angebissenen Apfel trägt. Zum Glück wurden die Mitarbeiter in Ruhe gelassen…
So…ich habe gerade spontan entschlossen, Blogeinträge über Tagestouren zu schreiben. Dann muss ich nicht alles in einen Eintrag zusammenfassen und ihr kriegt öfters Updates zum lesen, dann ist jeder glücklich. Deswegen hör ich jetzt auf hier an diese Stelle und kümmer mich um das flickr-Album.
Ich muss mich halt nur auch öfters motivieren, mal was zu schreiben und ich freue mich immer, wenn ich ein wenig Feedback durchs Kommentare oder likes bekomme harhar :)
Ohne großes Gedöhns vorweg fang ich gleich an.
Es geht um die Reise von Brisbane nach Sydney mit meinen zwei Zwischenstopps in Byron Bay und Coffs Harbour. Beide Orte werden euch wahrscheinlich jetzt erstmal rein gar nix sagen, aber deswegen lest ihr ja hier diesen Mist :)
Alsoooo…nachdem ich von den Whitsundays mir bequem einen 1,5 Std. Flug nach Brisbane zurück genommen und mich um die 23 Std. Busreise gedrückt hatte, bin ich von dort aus auch gleich am selbigen Abend weitergefahren. Hab ich schon erwähnt, dass ich Brisbane nicht mehr sehen kann?
Wie auch immer, diesmal Richtung Süden, da war ich schließlich noch nicht…
Busreise blabla.
BÄM Byron Bay. Da.
Nachts angekommen, ein paar betrunkene nach dem Weg gefragt und im Hostel eingecheckt. Im Sinn hatte ich nur eins „oh gott 10-Bettzimmer -.-“.
Als ich aber im Zimmer ankam, war ich positiv überrascht.
Die ganze Bude war über 2 Etagen verteilt und mein Bett lag mit 5 anderen im oberen Geschoss, also war es quasi ein 6er-Zimmer mit Bad.
Recht froh darüber bin ich dann erstmal schlafen gegangen, war ja Nacht.
Am nächsten Morgen erstmal Byron Bay erkunden.
Byron Bay ist eine mittelkleine große Küstenstadt und wird in der gesamten Backpacker-Community als der Ferienort schlechthin umschwärmt.
Dementsprechend habe ich mich auf meinen Besuch dort auch sehr gefreut.
Als ich allerdings mir bei Tageslicht das Örtchen anschaute, hab ich schnell gemerkt, dass meine Erwartungen viel zu hoch gelegen haben. Es ist halt doch auch nur eine weitere Küstenstadt.
ABER was bemerkenswert ist, ist die große Hippie-Komune, die deutlich sichtbar und riechbar ist.
Außerdem zählt die Bucht von Byron Bay zu den Top Ten der Surfgebiete und in der Tat, der Strand ist riesig und die Wellen laufen an der einen Biegen parallel zum Strand.
Das sieht zum Einen sehr seltsam aus und zum Anderen sieht es noch seltsamer aus, wenn die Surfer mit der Welle von rechts nach links an dir vorbeisurfen und nicht auf dich zu. Hab ich natürlich wieder kein Foto von gemacht, sorry…
Nachdem ich mich ein wenig eingelebt, die Leute kennengelernt und die Möglichkeiten des Tuns in dem Dorf erkundet habe, dachte ich daran, dass ich hier ja eigentlich (laut Plan) einen Job finden wollte.
Nun muss man sich vorstellen. Man kommt gerade von einem ca. 2-wöchigen Paradiesurlaub und hat nen dicken Strand vor der Tür, sollte allerdings aber einen Job suchen, weil das Geld zuneige geht. Was macht man?
Genau.
Warten bis schlechtes Wetter wird und dann einen Surfkurs belegen bei Regen.
Das hat sich gereimt und keinen Sinn gemacht aber genau das hab ich getan.
Ich war 8 Tage in Byron Bay, die letzten 4 hat es nur geregnet…
Die ersten 4 hab ich mit Strand und Party oder einer Kombination aus beidem verbracht.
Und das umschreibt so ziemlich das Phänomen, was sich um Byron Bay dreht.
Der Ort hat nicht wirklich was zu bieten aber aus einem unerklärbaren Grund bringt er die Leute zum Nichtstun und entspannen.
Mein Zimmerkollege kam ursprünglich nur für 3 Tage her und ist dort nun schon fast 3 Wochen. Als ich ihn daraufhin fragte, wieso, hat er nur mit den Schultern gezuckt.
Ich hatte ja eigentlich auch nur 5 Tage gebucht gehabt…
Achja hier Surfkurs.
Ich hab einen zweitägigen Surfkurs gemacht, weil man in Australien mindestens einmal Surfen gewesen sein muss! Und ich konnte sofort bei der ersten Welle aufstehen :D
Wirklich interessiert war ich aber anfangs nicht, doch Surfen macht richtig Laune. Das hat ich mir vorher gar nicht vorstellen können.
Jeder kennt dieses „die Wellen sind eh mächtiger als du“ aber wenn du auf einem Surfboard stehst und die Welle zu deinem Handlanger machst, dreht sich das Verhältnis Mensch Welle ein bisschen…
Auch wenn ich nur sonen bisschen gesurft bin.
Ich hab Blut geleckt!
Am 3. Tag hab ich mir dann selbst ein Bord ausgeliehen, hatte richtig Spaß und bin dann gegen einen Felsen getreten, mir die Beine aufgerissen und hab den Zehnagel halb verloren.
Dabei hatte ich noch Glück, dass ich da nicht drauf gefallen bin…
Also, wenn ihr mal Surfen geht und euch darüber freut, dass ihr diese Stelle ganz für euch alleine habt, wisst ihr jetzt warum. Ich werd nur noch in der Masse surfen…ohne Unterwasserfelsen.
Leider fingen die „Regentage“ direkt mit meinem ersten Surfkurs an, aber nass wird man so oder so. Lustig fand ich dann nur, dass der Nachmittagskurs abgebrochen werden musste, weil ein Hagelsturm das Surfen verhindert.
Nen Hagelsturm im Frühling in tropischen Gewässern.
Dementsprechend könnt ihr euch vorstellen wie das Wetter gewesen ist.
Meinen vorletzten Tag in Byron Bay verbrachte ich mit ein wenig Sightseeing.
Dort gab es einen Leuchtturm und dahinter einen Felsen, welcher den östlichsten Punkt Australiens (vom Festland) darstellt. Den hab ich mit zweien meiner Zimmerkolleginnen begutachtet und für sehenswert befunden. Der Leuchtturm und Urwaldweg dahin war auch ganz schnieke…
Und man hat nen super Ausblick (wenn das Wetter gut gewesen wäre).
Der rechte Strand gehört zu Byron Bay und der linke ist ein beliebter Surfspot, weil sich dort 2 Reihen Wellen brechen und man halt im tiefen Gewässer surfen kann.
Es gibt auch Strände mit 3 Reihen Wellen in Australien.
Dann war meine Zeit in Byron Bay schon vorbei.
Natürlich hatte ich auch kurzzeitig nach einem Job gesucht, aber alle meinten, die Hochsaison würde erst in 1-2 Monaten anfangen und solange wollte ich nicht bleiben.
Also ab nach Coffs Harbour!
Bus. Fahrt. Nacht.
Dort angekommen habe ich die mitunter schlimmste Nacht meines Lebens verbracht.
Ich kam um 2 Uhr morgens an und man hatte mir gesagt, das Hostel hätte einen Loungebereich, in dem ich schliefen könnte bis die Rezeption um 9 Uhr aufmachen würde.
Also ich, guter Dinge, mir ein Taxi geschnappt und von der Bushalte zum Hostel kutschieren lassen getan hab. Super deutsch.
(Übrigens, Taxi weil: Wenn man kein Auto in Coffs Harbour hat, brauch man da eigentlich gar nicht leben. Die Stadt ist so weit verzweigt, dass sie mehrere „Zentren“ hat und Hostels und Supermärkte natürlich es trotzdem geschafft haben soweit wie möglich von den Zentren und gegenseitig entfernt zu liegen, dass man besser gar nicht darüber nach denkt, zu laufen)
Wie gesagt, ich komm also am Hostel an und seh weder Licht noch offene Türen.
Die 120kg schwere Taxifahrerin verschwand binnen Sekunden und ich stand da im Regen.
So, wo ist jetzt diese verfluchte Lounge?
Ich bin zweimal um das ganze Gelände herumgelatscht und hab außer Parkplatz und verschlossenen Zimmer nichts gefunden. Dann habe ich meine Sachen vor dem „Haupteingang“ postiert und bin noch mal 6 rumgerannt.
1. Weil mir der scheiß Regen aufn Senkel ging und ich in die Lounge wollte und 2. weil mich der scheiß Regen zum frieren brachte und ich in die Lounge wollte.
Die blöde Kuh von Reisebürotusse hatte mir natürlich gesagt „die Lounge findste ganz einfach“ und ich hatte daraufhin nicht nach einer Wegbeschreibung gefragt.
Also hab ich mich zwischen Pflanzenkübel am „Haupteingang“ und meinem großen Backpack in den Windschatten auf den Bodengesetzt, meine Regenjacke angezogen und versucht ein wenig zu schlafen.
Zu dem Zeitpunkt hatte ich seit knapp 26 Std kein Auge mehr zugemacht (ich bin zu groß um im Bus irgendwie schlafen zu können).
So verbrachte ich die Zeit von 2 bis 6.30 Uhr morgens bis endlich eine Putzkraft auftauchte, die mir dann verriet, dass der „Haupteingang“ nur der Eingang zum Biergarten wäre und ich da lange auf jemanden hätte warten können und dass die Lounge hinter den Waschräumen (Waschmaschine etc.) läge.
Als ich daraufhin eine Fresse gezogen hab, die ich nicht näher erläutern will, sagte er nur, dass die echt Mal ein Schild aufhängen sollten, das passiere öfters.
…
Ich konnte dann letztendlich in der „Lounge“, die lediglich eine Couch mit Überdachung war, die restlichen 2,5 Std. schlafen und einchecken.
Man war ich froh, als ich in eine trockene Umgebung mit Bett kam…
Und mehr gibt es über Coffs Harbour auch nicht zu erzählen.
Die Kleinstadt ist arsch langweilig, nen richtiges Industriedorf, weder hübsch noch backpackerfreundlich. Der Strand, der direkt vom Hostel begehbar ist, ist allerdingsabends recht nett.
Erinnert mich ein wenig an den rauen Atlantik.
Wir waren ein paar Mal mit dem Bodyboard im Wasser bis einer der Surfer das Board eines anderen auf den Kopf bekommen hat, nen fingergroßen Riss bis zum Knochen dort hatte und aussah, als hätte man ihm mehrere Eimer Blut über den Kopf geschüttet.
Ach und ich hab einen Double-Rainbow gesehen :D
Hier:
Und die dazu entsprechende musikalische Untermalung:
Warum bin ich dann eigentlich nach Coffs Harbour gefahren?
Ja wegen dem Fallschirmspringen natürlich!
Das ist der einzige Ort an der Ostküste Australien wo man direkt auf dem Strand landen kann und somit auch über das Meer kurze Zeit gleitet.
Und nein, ich hab die Fotos und Video für $140 nicht gekauft.
Aber falls ihr mir nicht glaubt, dass ich wirklich von 14.000ft also 4,6km Höhe aus einem 3-Sitzer-Flugzeug rausgesprungen bin, ich hab ne Urkunde! :P
Und wenn ihr mir $99 sponsort, kauf ich die Fotos im Nachhinein noch.
Die sehen auch echt schrecklich aus.
Vielleicht kauf ich dann doch lieber was Anderes…naja mal sehen.
Es war auf jeden Fall ein super Erlebnis und meine Höhenangst hat mich nicht daran gehindert. Einer der Trainer meinte auch nebenbei, er hätte Höhenangst und er springt jeden Tag bis zu 5 Mal…
Im Flugzeug selbst war ich erstaunlich ruhig, ich hab die 20 Minuten Steigflug echt genossen. Es war super Wetter und man konnte die Erdkrümmung leicht sehen, soweit konnte man gucken!
Was nur irgendwie total falsch wirkt, ist, dass der dann die Tür vom Flugzeug aufmacht.
Und man kennt das ja vom „normalen“ Fliegen.
Man sieht die Häuse und die kleinen Autos sich langsam auf den Straßen fortbewegen.
Das alles hab ich auch gesehen, als ich da saß, nur ohne Wand/Fenster oder Anderem zwischen mir und dem da unten. Nur meine Füße baumelten runter.
Dann Kopf nach hinten legen, mein Trainer fragte „OK?“ und bevor ich antworten konnte, fielen wir und er macht erstmal einen gemütlichen Vorwärtssalto.
Man sieht den Boden, der verschwindet nach oben, man sieht den Horizont, den Himmel, alles verschwindet am oberen Rand des Blickfeldes und dann sieht man das Flugzeug, in dem man Millisekunden zuvor noch gesessen hat, bis am unteren Rand des Blickfeldes wieder der Boden auftauchte.
Irgendetwas hatte ich doch vergessen.
Ach ja.
Atmen.
Mund auf und Luft h…ARGH, WIND….olen.
Besorgt euch einen Kompressor und ballert euch mit 4 Bar die Luft ins Gesicht.
Dann versucht mal dabei zu atmen.
Irgendwann zog mein Trainer meinen Kopf hoch und dann sah ich den Kameramann 2m neben uns fallen und Fotos von mir schießen.
Lächle mal mit ins Gesicht ballernden 4 Bar-Druck-Luft.
Das sieht aus, als lägest du beim Kieferorthopäden mit ner Maulsperre.
Und dann konnt ich das fallen endlich genießen.
Es waren rund 60 Sekunden Freifall, die so rasend schnell vorbei gehen…
Mit 210km/h fällt man übrigens dem Boden entgegen oder eigentlich kommt laut Gefühl der Boden auf dich zu. Man spürt nicht wirklich, dass man fällt.
Dann gab es einen leichten und direkt darauf ein harten Ruck und der Fallschirm war offen.
Der Wind war fast weg und der Segelflug war noch fast schöner als das Fallen.
Das ist einfach unbeschreibbar, man muss das selber gemacht haben.
Ich hab die Buchten gesehen und Wälder im Landesinneren und das alles ohne irgendwelche Gegenstände (wie Stangen oder Fensterränder) ich Sichtfeld zu haben!
Wir haben ein paar Pirouetten gedreht und sind Bögen geflogen, habe eine runder direkt über dem Ozean gedreht und sind schließlich im weichen Sand 4-5 Meter von den Wellen gelandet.
Das war großartig.
Und ich hab nicht einen einzigen Gedanken daran verschwendet, ob der Fallschirm aufgeht und was passieren würde wenn nicht.
Ich war nicht mal froh, den Boden unter Füßen wieder zu haben.
Und deswegen will ich das unbedingt noch ein Mal machen…wenn Zeit, Geld, Wetter und der Ort mitspielen!
Am nächsten Tag hab ich mich wieder in den Bus geschwungen und ab gings nach Sydney. Auf die Stadt, auf die ich mich bisher am meisten gefreut habe.
Und ich hatte den besten ersten Eindruck überhaupt :)
Wie umschreibe ich jetzt am besten die letzten Wochen?
Paradies.
Aber damit ist ja keiner zufrieden und da es die Umstände ermöglichen, versuch ich es auf etwas visuellerer Basis und langweil euch mit sogar 2 billigen Slideshows.
Mehr als 800 wundertolle Fotos warten auf euch! Naja fast…
So…Mist…jetzt muss ich doch vorher noch was schreiben, sorry.
Ich hatte nach der Farmarbeit und knapp 2 Monaten „Dauerarbeiten“ so die Schnauze voll von „tu dies, tu das“. Glücklicherweise sagte mir mein Kontostand, dass ich das auch für wenigstens die nächste Zeit nicht mehr hören zu brauchen müsste (toller Konjunktiv oder?). Also entschloss ich mich, 2 Nächte in Brisbane zu verbringen und am Tag mir etwas schickes zum Hinreisen suchen wolle.
Ich bin also, wieder zurück in Brisbane (…wie ich die Stadt nicht mehr sehen kann -.-), ins nächstbeste Reisebüro für Backpacker reinspaziert „ich möchte dies und das machen, sag mal nen Preis“ …
… 2 Stunden später hatte ich endlich einen Plan, was und wie ich alles sehen möchte und könnte und dann bin ich zum Verdutzen der Mitarbeiterin wieder gegangen.
Mit dem Zettel in der Hand und deren Angebot habe ich dann das nächste Reisebüro aufgesucht. Zu MEINEM Verdutzen lagen zufällig 6 Stück nebeneinander…
Also ab ins Zweite, Zettel hingeknallt, „Was könnt ihr mir anbieten (preislich)?“, Angebot eingeholt, Rabatte bekommen, gegangen.
Nächster Laden.
Das war amüsant.
Der Typ hat auf den Zettel geguckt, mehrere Telefonate geführt und mir dann letzten Endes schwitzend eingestanden, dass er das Angebot nicht unterbieten kann.
Also ab ins Nächste. Und so ging das noch eine ganze Weile.
Nach rund 4,5 Stunden und kurzer Zwischenpause kam ich dann beim letzten Reisebüro an (Peterpans) und das Mädel, dass dort arbeite, war dann auch sofort ganz flippig am rumwursteln, um mir den besten Preis heraus zu suchen und mich als Kunden zu gewinnen.
Gesagt getan, dort habe ich wirklich das beste Angebot bekommen und im Vergleich zu ersten Angebot rund $400 gespart + ich habe noch 12 Seiten Gutscheine für Shops/Bars/Clubs an der gesamten Ostküste bekommen.
Sie fragte mich, wann ich denn gerne fahren würde.
Meine Antwort war „morgen früh“.
Und das hab ich dann auch getan…
FRASER ISLAND
Fraser Island ist die größte Sandinsel der Welt, liegt im Norden von Brisbane und bietet die Möglichkeit eine Campingtour in einem 4WD (Four-Wheel-Drive = Allradantrieb) selbst zu (er-)fahren.
Man hat also diesen massigen 8 Personen von PS strotzenden Geländewagen und ganz viel Sand.
Dazu kommt noch der haiüberflutete Ozean rund herum, Dingos (abgemagerte Wölfe), tropischen Regenwald und Bier.
Meine Tour dauerte 3 Tage und 2 Nächte und war einsame spitze.
Tolle Umgebung, tolle Leute, tolles Abenteuer!
WHITSUNDAYS
Die Whitsundays sind mehrere tropische Inseln und bieten die ultimative Grundlage für einen Blick in das Paradies. Weißer Sand, nicht so milchig, sondern richtig weiß.
Kristallklares Wasser, dessen Farbe aussieht, als wäre ein Tanker mit türkiser Lebensmittelfarbe ausgelaufen. Tropischer Regenwald soweit das Auge blicken kann.
Und ein Segelboot.
Kein bestimmtes Segelboot, sondern ein Race-Segler und das schnellste Boot der Welt von 1998.
Und ich war da drauf.
Und ich wurde (sehr gut) bekocht!
Und ich habe einen Tauchgang an die äußersten Ausleger des Great Barrier Reefs gemacht neben all dem ganzen anderen wunderschönen Zeugs.
Aber alles von Anfang an!
In meinem gebuchten Reisepaket war außerdem ein Flug zurück nach Brisbane und ein „open-dated“ Busticket mit 2 frei wählbaren Zwischenstopps von Brisbane nach Sydney enthalten.
Mein erster Zwischenstopp war Byron Bay*. Der wohl bekannteste Touristenort an der gesamten Ostküste und beliebter Party-Surfspot.
*Aufgrund mangelnder Zeit verursacht durch das auf mich wartende Abendessen, welches durch ein besonderes Essensangebot meines Hostels mir offeriert wurde, wird Byron Bay und nachfolgende Aktivitäten wohl in den Genuss eines eigenen Blogeintrags kommen werden. Hunger!
Schweine, überall schwarzhaarige Schweine. Und Zäune.
Mehr verrat nicht.
Naja ok…also ich arbeite mit dem Farmer immer zusammen, es gibt eigentlich selten Aufgaben, die man alleine machen kann. Der Farmer will seine Farm wieder zum Laufen bringen und dazu gehört eine ordentliche Organisation seiner Schweine.
Damit man die Schweine „durchorganisieren“ kann, muss natürlich die Farm gut in Schuss sein, da die Schweine sich wie die Tiere benehmen und zwischen den abgetrennten Gebieten hin und her rennen wie es ihnen zu Mute ist.
Also Zäune reparieren und errichten sowie die elektrischen Kabel überprüfen.
Meine aller erste Aufgabe war einen Zaun entlang zu gehen, darauf zu achten, dass keine Löcher im Zaun sind und der elektrische Draht (kennt man ja), der davor gespannt ist, nicht vom Gras überwuchert ist sondern „erreichbar“ ist.
Das Problem war nur, dass der ganze Zaun von der Vegetation umwachsen war und ich mit Sense und Spaten mich mühsam zum Draht durchschneiden, -hacken, -wühlen musste. Aber um ehrlich zu sein, hatte ich nichts anderes als harte Arbeit erwartet.
Dieser einzige Zaunabschnitt hat allein schon 2 Tage gedauert (kein Wunder bei knapp 3km Länge) und es folgten etliche andere.
Man ist ständig auf Fehlersuche.
Außerdem haben wir einen ganzen Zaun komplett neu errichten müssen.
Das bedeutete für mich 26 Stahlpfosten mit dem Vorschlaghammer im Lot in den Boden hauen und 26 Stahlpfosten je 3 Mal mit dem Zaun verdrahten.
Eine andere Aufgabe war gemeinsam das Füttern der Schweine und Auffüllen der Wassertanks.
Neben dem ewigen Öffnen und Schließen der vielen Zauntore, die die einzelnen Felder trennten und nur für die Fahrzeuge geöffnet wurden, fuhr der Farmer den Traktor mit Futterförderungsmaschinen-Anhänger zu den Schweinemassen und ich musste die Schweine davon abhalten unter das Gefährt oder auf das Förderband zu klettern.
Da die Schweine das Geräusch des Traktors mittlerweile mit „es gibt Futter“ verbunden haben, trotten einem dann riesige Massen von überall her hinter her und werden eigentlich nur durch die sowieso schon maroden Zäune abgehalten, direkt den Traktor zu stürmen.
Das Füttern muss man sich dann so vorstellen.
Man hat „nur“ rund 300 Schweine á 80kg um sich herum, die sich gegenseitig den Hals abbeißen um so nah wie möglich an die Futterquelle heran zu kommen, massig Staub von dem zermahlenen Körnerfutter und dem aufgewühlten Sandboden und einen ohrenbetäubenden Lärm, der hauptsächlich aus Gegrunze und Schrei-Gequieke der Schweine besteht, die sogar den Traktormotor übertönen.
Das Auffüllen der Wassertanks besteht aus dem Ankoppeln des Anhängers mit dem Flusswassertank, dem holprigen Weg zu den Wassertanks auf den Feldern und endlos lange Auffüllen jener (rund 45 min jeweils).
Das macht man dann alle 2 Tage.
Die Organisation der Schweine war bisher das schweißtreibendste, was ich je gemacht hab. Die Schweine müssen kategorisiert werden, also in Säue, Säue mit Kindern, Schwangere, Männer und Kinder aufgeteilt werden. Und jede Kategorie hat ihren eigenen abgezäunten Bereich. Und der liegt teilweise auf der anderen Seite der Farm.
Wie bekommt man die Schweine da jetzt hin?
Ja genau, natürlich ohne Motorräder, Autos, Quads oder Hunde (wie andere Farmer das tun) sondern nur rennenden Fußes mit weißen Platten in den Händen blöde auf Schweine einschreiend.
Schweine rennen immer von Geräuschquellen weg und bilden in einer Gruppe sone Art „Gruppenzwang-Angst“.
Am einfachsten (ha, was heißt hier schon einfach) ist es also, die Schweine als Gruppe zu leiten. Das Ding dabei ist aber, dass diese Gruppen teilweise bis zu 120m breit oder lang sind und wenn es Ausreißer gibt, muss man diese schnellstmöglich wieder zurück in die Gruppe scheuchen sonst folgen denen immer mehr.
Verlässt man aber seine momentane Position, sind die Schweine nicht mehr so eingeschüchtert und hauen irgendwann dann halt dort ab.
Man ist also zu zweit ständig am hin und her rennen, ohne Pause und das manchmal für über 3 Stunden.
Die Schweine versuchen es einfach immer wieder, da gibt es leider keinen wirklichen „Lernprozess“ und ich war mehrmals wirklich an der Grenze einfach aufzugeben, mich hinzusetzen und da sitzen zu bleiben bis die Schweine sich selbst sortieren.
Im Nachhinein kann ich dazu nur sagen, dass ich das hoffentlich nie wieder machen muss.
Es ist einfach nur eine frustrierende Erfahrung, aber es muss halt gemacht werden.
Aber es bleibt nicht nur beim Sortieren, wie müssen noch kleine „Häuschen“ über Nester der Schweine bauen, die gerade Babies bekommen, um sie von den Krähen etc. zu schützen. Die Schweine versuchen sich natürlich vehement dagegen zu wehren, weil sie es einfach nicht verstehen und dann bauen sie lieber ein neues Nest als in die Hütte zu gehen. Man muss sie also wieder zwingen.
Dann gehört natürlich auch die Pflege kranker und schwacher Schweine dazu.
Wir haben zum Beispiel ein Babyschwein nähen müssen, weil die Mütter manchmal zu wenig auf ihre Babies achten und sich mal drauf setzen oder drauf treten.
80kg Schwein vs. 300gr Piglet…
Das eine Piglet hatte auf dem ganzen Hintern keine Haut/Fell mehr, weil die Mutter mit dem Fuß den Großteil heruntergerissen hatte.
Man hat also eine handflächengroße Wunde gehabt.
Also wurde der Küchentisch kurzfristig zum Operationstisch umgebaut und das Piglet genäht.
Glücklicherweise war es nach ein paar Stunden schon wieder munter unterwegs im Haus und wir konnten es zurück zur Mutter bringen.
Ein paar Tage später hat eine andere Mutter gleich 3 ihrer Babies (Durchschnitt ist 7 Babies mit einem Wurf) verloren.
Eins zerquetscht, das andere verhungern lassen und das 3. wurde, nachdem es aus dem Haus geflüchtet war, von einer Krähe gefressen.
Da kann man dann aber auch nichts mehr gegen tun…
Nebenbei gibt es dann allerlei Arbeitsgeräte zu reparieren wie z.B. fahrbare Rasenmäher und eigentlich alles, was irgendwie verschleißt.
Außerdem muss man Futter aus den Silos in die Mahlanlage schleusen und in den Futteranhänger umladen.
Alles in allem muss man also körperlich wirklich fit sein oder man wird es innerhalb kürzester Zeit. Man muss viel rennen, viel anheben, viel schieben und viel verdrahten.
Meine Tagesablauf sah größtenteils so aus:
Aufstehen 6 Uhr morgens, 3 Std. Schweine kontrollieren/füttern, Frühstück, Hauptaufgabe des Tages erledigen (z.B. Schweine scheuchen oder Zaun errichten), Mittagessen + Pause, restliche Arbeiten, Vorbereitung für den nächsten Tag oder Dinge reparieren bis es zu dunkel zum Arbeiten war (ca. 5.30 uhr), Abendbrot, PC-Arbeit (Werbung gestalten etc.).
Um 10 Uhr gings dann ins Bett und ich wäre gerne schon früher da rein gegangen…
Gearbeitet wurde 7 Tage die Woche, so etwas wie Wochenende/Freizeit gab es nur, wenn man nachts im Bett gelegen hat.
Es war wirklich ein harter Monat.
Aber ich bin froh, diese Erfahrung mal gemacht zu haben.
Man kann sich aus Berichten so etwas einfach nicht vorstellen, egal wie gut diese verfasst sind. Das Farmleben ist komplexer als man sich das vorstellt und man trifft ehrliche und hart arbeitende Menschen, die einen zwar einsamen aber für die Gesellschaft lebenswichtigen Weg eingeschlagen haben.
Und dafür finde ich, werden sie vom Staat oder von den Leuten, die sich im Supermarkt über den großen Fettgehalt aufregen, viel zu wenig gewürdigt.
Farmen (egal ob Pflanzen oder Tiere) ist mehr ein Kampf gegen als eine Nutzung der Natur. Selbst wenn die Natur so wunderschön erscheint (und das ist sie hier in Australien).
Am nächsten Morgen um 6.30 Uhr konnte ich mir dann erstmal die Farm anschauen und sie ist (wen wunderts) riesig!
835 Hektar.
Und darauf leben rund 800 Schweine mit schwarzem Fell und jetzt sogar 2 Menschen.
Um ehrlich zu sein, hatte ich mir das etwas anders vorgestellt.
Ich hatte das etwas klischeehafte „Bauernhaus“ mit Familie und alle möglichen Arten von Tieren vor Augen bevor ich her kam.
Die Farm ist rund 30 Jahre alt, hat Unmengen wirrer kaputter Zäune aus Draht, die an maroden Holzpfosten befestigt sind.
Hin und wieder liegen Metall-Schrotthaufen auf der Seite und am anderen Ende der Farm steht noch mehr Metall-Schrott.
Nämlich unser Haus, eine Konstruktion aus Trabbipappe, Holz und Wellblech sowie ein anderes bewohnbares Haus und eine Hausruine. Rund herum stehen Schuppen aus Holz und Wellblech, es fehlen Wände und mal hier, mal dort liegt ein ausgedientes Arbeitsgerät, ein alter Motor, weitere Fahrzeugteile, irgendwelche Metallpfosten und Unmengen Wellblechpappe…und alles rostet.
Willkommen in Osteuropa :)
Der Farmer erzählte mir, dass hier ursprünglich 5 Familien lebten, aber alle irgendwann pleite waren und dann einfach alles stehen und liegen gelassen haben.
Selbst von einem Kohlewerk, was zuvor auf der Farm stand, liegt immer noch Dachverkleidungen etc. rum.
Naja, das wird wohl mein Zuhause für die kommenden Wochen sein.
(Das Haus ganz hinten links ist das von uns Bewohnte)
Apropo zuhause. Das Haus besteht aus 3 Schlafzimmern, Büro, Küche, Bad, Wohnzimmer und alles ist halb möbeliert (also nur das nötigste), weil die Exfrau des Farmers, während er weg war, heimlich ausgezogen ist und das „gute Zeug“ (wie er immer sagt) mitgenommen hatte. Als er wieder kam, hatte er nicht mal mehr einen Herd.
Heizen (ja hier ist Winter) tun wir übrigens mit einem Kamin…einem ziemlich kleinen Kamin.
Und das ist ein Problem, da australische Häuser standardgemäß keinerlei Heizkörper oder ähnliches haben, es aber hier auf dem Land nachts -10°C kühl wird. Bevor wir schlafen gehen, hauen wir also soviel Holz wie möglich in den Kamin rein und hoffen, dass das bis morgens reicht. Hat es bisher aber nie :)
Außerdem schlafe ich unter 4 Decken.
Ich hab meinen eigenen Raum, in dem ein Bett, eine Art Komode (die ich lieber nicht aufmachen möchte, so wie die aussieht), ein Nachttisch und ein Stuhl steht. Wahnsinn oder?
Ich zähl kurz auf, was es im Haus nicht gibt, um das hier zu kürzen:
Geschirrspüler, Mikrowelle, Sofas (nur Stühle), Heizung, Teppiche/Bodenbelag (es gibt einen Holzfußboden durch den man stellenweise den erdigen Grund unter dem Haus sehen kann), Radio, eine Pfanne, Toaster, Bilder und irgendwie alles, was in irgendeiner Art und Weise dekorativ sein könnte.
Es gibt aber Warmwasser und mittlerweile 6 TV-Sender, von denen 2 doppelt sind und ein weiterer ist Al Dschasira, auf dem nur arabischen Fernsehen läuft (warum auch immer…).
Mittlerweile daher, weil er anfangs sagte, es gibt kein Fernsehen, aber die Ratten hatten nur das Antennenkabel angefressen…
Ich hab übrigens weder Internet noch Handyempfang. Die australischen Mobilanbieter kamen auf die glorreiche Idee, den Landbewohnern ein extra Tarif aufzudrücken.
Also soll man laut denen außerhalb der Städte ein „Next-G-Phone“ haben und ein „Next-G“-Vertrag nutzen.
Da es aber so gut wie keine Konkurrenz gibt, MUSS man sich also ein extra Handy kaufen und einen Vertrag abschließen, um überhaupt Netzempfang zu haben…Schwachsinn!
Das klingt alles ziemlich negativ und am Anfang hab ich das auch so empfunden, aber nach einer Weile gewöhnt man sich an die simplen Lebensumstände.
Die guten Seiten der Farm überwiegen dann mehr.
Da die Farm riesig ist, fahren wir meist mit dem Auto zu den Schweinen oder sonstwohin und der Farmer hat ein „Stadtauto“, was für die Straße zugelassen ist und ein „Farmauto“, was eigentlich nichts hat oder kann außer fahren. Es hat nicht mal Lichter oder funktionierende Bremsen…und damit gurk ich immer wie blöde über die Farm :D
Übermotorisierte Allrad-Antriebe + riesiges Privatgelände mit Hügeln sind echt spitze!
Und da das ja eine Schweinefarm ist, die besonderen Wert auf Natürlichkeit legt, also die Schweine wie in natürlicher Laufbahn leben, gibt es immer Unmengen feinstes Schweinefleisch von Bacon bis zu Rippchen. Wir haben Orangenbäume im Garten stehen und 2 Hennen von denen eine unser Hund ist.
Ja die Henne ist unser Hund und mein Lieblingstier hier, weil sie benimmt sich, bis auf das Eier legen, wie ein Hund.
Sie kommt angerannt, wenn man das Haus verlässt und folgt einem, bis man ihr Aufmerksamkeit schenkt. Wenn man so tut, als hätte man etwas in der Hand, starrt sie etliche Minuten lang auf die Hand, wirft man das Imaginäre dann weg, rennt sie in dessen Richtung.
Und wenn sie unzufrieden ist oder was entdeckt hat, fängt sie an zu boahken (das ist das Geräusch was Hennen machen…BOAHK). Heute habe ich am Rasenmäher gearbeitet und die Henne kam „zufällig“ vorbei, hat sich einfach auf den Mäher drauf gesetzt und mir zugeschaut…tolles Vieh :D
Neben all diesen Sachen ist die Natur auch echt wunderbar.
Es gibt hier tropische Bäume, Kakteen und trockene Gräser, allerdings könnte man hier auch Blumenkohl, Karotten etc. anpflanzen.
Nachts ist es ruhig und man hört nur einige nachtaktive Tiere, hat aber einen unglaublich klaren Blick auf die Sterne und hat das Rauschen des nahen Fluss im Hintergrund.
Am Morgen, wenn ich aufstehen muss, hört man dann tausende Vögel unter denen sich auch Schwärme von hunderten Papageien befinden (die sind vielleicht ätzend vom Geräusch her aber toll anzuschauen!) im Sonnenaufgang aufwachen und etwas später befindet man sich dann unter einem tiefblauen Himmel im Sonnenschein.
Alles in allem lebt man halt ein ziemlich einfaches Leben mit deftigen Mahlzeiten und harter Arbeit. Und was ich genau hier tue und wie ein Meer aus schwarzen Schweinen aussieht, erfahrt ihr in Teil 3 :)
P.S. Ich hab hier noch kurz eine Karte für euch.
A ist die Auffahrt von der Straße zur Farm.
B ist das nächste Dorf (12km) mit Lebensmittelladen und Post.
C ist der nächste Supermarkt (ca. 70km), Tankstelle, McDonalds
ENDLICH…ich habs geschafft, ich werde Brisbane verlassen!
Mein Gott, ich kann diese Stadt nicht mehr sehen…
Nachdem ich in meiner letzten Arbeitswoche nach zukünftigen Farmjobs gesucht hatte und völlig woanders etwas gefunden habe, lag ich ziemlich gut im Zeitplan.
Ich wollte Brisbane am 1. August verlassen.
Den Job, den ich gefunden hatte, bat mir eine Lieferkette an.
Ich solle einen kleinen „Truck“ (3,5 Tonner oder so) rund 600km nordwärts nach Mackay fahren und dann dort arbeiten. Meine Aufgaben würden daraus bestehen, Lebensmittel und Supermarktartikel an Kunden nach Hause zu liefern. Ich weiß nicht genau, ob diese Kunden nicht in der Lage waren, selbst einkaufen zu gehen oder einfach schlichtweg zu faul waren…wie auch immer.
Der Herr Manager ließ sich ziemlich Zeit mit der Organisation.
Ich hatte meinen mündlichen „Mietvertrag“ schon gekündigt und wollte endlich wissen, wann ich wo den Truck abholen kann.
Nachdem er sich 4 Tage immer nur mit „ich muss das noch organisieren“ heraus geredet hatte, habe ich angefangen mich anderweitig umzuschauen.
Um ehrlich zu sein, war ich ziemlich sauer und meine Mitbewohner mussten glaub ich darunter leiden :/
Nach einer Woche habe ich dann endlich mal eine Antwort nach gefühlten 50 verschickten Resumés bekommen.
Ich könnte auf einer Farm arbeiten, bekäme rund $350 die Woche, würde dafür aber Unterkunft und Essen gestellt bekommen. Klang soweit erstmal ganz gut. Ich hab mich dann mal schlau gemacht und festgestellt, dass die Farm noch südlicher als Brisbane liegt und das genau entgegengesetzt meiner geplanten Route lag.
Aber nunja, ich wollte nicht schon wieder endlos lange Nichts tun und habe zugesagt.
Dann gehts jetzt halt Richtung kälteren Süden anstatt wärmeren Norden.
Ich hätte im Norden eh nichts gefunden. Die Erntesaison ist fast vorüber und die Working-Hostels (Wohnen + Jobvermittelung) hatten lange Wartelisten.
Also buchte ich das Busticket auf einer sehr nicht-funktionierenden Webseite eines Busunternehmens, dass mich möglichst nahe an die Farm heranbringen konnte.
Als ich dann am nächsten Tag, nachdem ich mich von allen verabschiedet hatte, am Roma Street-Busbahnhof stand und meine mittlerweile rund 35kg auf dem Rücken + Restkramszeug in den Händen erheblich an meiner Kondition zerrten, war ich wieder voll dem Reisefieber verfallen.
Trotzdem kam ich mehr oder weniger keuchend im dritten Stock am Busterminal…Stand…Kasse…whatever an und ein Mädel, dass auch backpackte, kreuzte im selbigen Zustand kurz nach mir auf, sodass die arme Frau hinterm Tresen von zwei völlig außer Atem Ausländerenglisch wegen unseres Bustickets dahin stammelnde Volldeppen belagert wurde, was diese natürlich völlig verwirrte und sie daraufhin erstmal in einen anderen Raum flüchtete. Über unsere Situation mussten wir erstmal schmunzeln.
Backpacker sitzen IMMER im gleichen Bot und das endet meistens immer sehr amüsant.
Als die Frau wieder erschien, fragt sie mich, welche Ticketnummer ich in meiner Mail bekommen habe, woraufhin ich nur erwiderte „Welche Mail? Ich hab nix bekommen…“
Und da war sie schon wieder verwirrt.
Ich wusste doch gleich, dass diese scheiß Internetseite nicht funktionierte.
Da ich aber manchmal doch ganz gute Ideen hab, hatte ich mir am Vorabend die Paypal-Abrechnung auf dem PC gespeichert, was sie letztendlich zufrieden stellt und ich mein Ticket bekam und den Rucksack los wurde.
Nun galts auf die Abfahrt des Busses zu warten…
Der Bus parkte, Koffer wurden ein-, aus- und umgeladen, Leute tauschten die Plätze.
Jedes Fahrzeug, was des Öfteren auf Landstraßen verkehrt, hat hier in Australien diese Kuhfänger vorne angebracht. Es ist halt nicht gerade selten, dass man mal ein Kängeru „mitnimmt“. Kängerus haben die Angewohnheit Licht und Geräuschen zu folgen, weshalb sie selbst Ausweichmanövern teilweise folgen…
Und dann hat man Gehacktes.
Die Busfahrt dauerte 4,5 Std und die Landschaft war einfach unbeschreiblich.
Unbeschreiblich endlos und wechselhaft. Mal hat man trockene Farmflächen, mal fährt man durch bergige Tropenwälder und das schon nach ca. 1 Stunde nachdem man Brisbane verlässt!
Und dann ist man im Nichts.
Straßen, die 20km nur geradeaus verlaufen und dicke Trucks mit 2-3 Anhängern, die einem entgegendonnern.
Und dann hat man dieses lähmende Tempolimit von 100km/h -.-
Zwischendurch durchfährt man 500 Seelendörfer, die gruselig amerikanisch aussehen und dann kommt wieder lange Zeit nichts.
Hin und wieder sieht man dann diese motivierenden Schilder des Governments „Müdigkeit tötet, mach eine Pause“ oder die inoffiziellen „Du bist dumm, wenn du müde fährst. Mach Pause oder stirb!“…
Ich bin ja der Meinung, dass die Leute eher verdutzt über diese Schilder die Unfälle bauen.
Endlich angekommen in Inglewood wartet der Farmer (Jack) schon auf mich.
Die Bushaltestelle war eine einfache Tanke.
Also Bus gegen Geländewagen getauscht und los gings nach Texas.
Ich dachte jedenfalls es ginge nach Texas, aber im Prinzip ging es durch Texas durch und endlos lange Straßen entlang. Texas ist hier ein einfacher Ort mit…äh…200 Einwohnern?! Keine Ahnung, können aber nicht viele gewesen sein.
Nochmal 2,5 Std später und 22km vom nächsten Ort entfernt, kamen wir dann endlich auf der Farm an. Mit der Antwort „1“ auf meine Frage, wie viele Leute auf der Farm leben, dachte ich mir nur noch „oh mann, wo bin ich denn hier nur gelandet“…